Nach der Grundschule

Nach der Grundschule folgt das Gymnasium. Es gibt also keine Lehrlingsausbildungen im deutschen Sinne. Es gibt vielmehr "berufspraktische Linien" und solche, die eher auf eine weitergehende Ausbildung ausgerichtet sind (daneben gibt es noch "persönliche Linien", also auf die speziellen Bedürfnisse förderungsfähiger Schüler eingestellte Programme und die "Sonderschulgymnasien", eine Art 12-jährige Hauptschule). Aber alle Ausbildungen geben die grundlegende Hochschulberechtigung. Diese ermöglicht jedoch nicht den Zugang zu allen Studiengängen, da viele neben der grundlegenden "behörighet" auch spezifische Forderungen stellen, auf die die studienvorbereitenden Linien eingestellt sind. Die Minimalanforderungen für alle Linien sind sehr gering und entsprechen nicht einmal denen der deutschen Realschule. Aber in der Praxis wird natürlich mehr gefordert. Das Problem der berufspraktischen Linien ist die mangelnde Verankerung der Ausbildung in der Praxis, also in den Betrieben. Auch das Niveau der geistes- und gesellschaftlichen Ausbildungen an den Hochschulen ist teilweise erschreckend, weil für den Zugang zu diesen meist die grundlegende Hochschulberechtigung ausreicht, welche ja relativ leicht zu erlangen ist. Aber alle Absolventen der Gymnasien haben einen Abschluss, der formell dem deutschen Abitur entspricht. Das sagt zwar nichts über das erlangte Wissen und Können aus, gibt aber beim OECD-Ranking über die Lebensqualität im Fach Ausbildung viele Punkte (wie auch den anderen skandinavischen Ländern mit ähnlichen Systemen) und somit insgesamt sehr gute Placierungen.

Wer das Gymnasium abgebrochen hat oder einzelne Kurse nachholen oder seine Resultate dort verbessern will, um sich Zugang zu bestimmten Ausbildungen zu verschaffen, kann dies nach Vollendung des 18. Lebensjahres auf den kommunalen Erwachseneschulen (Komvux) oder einer der vielen Volkshochschulen tun. Letztere dürfen nicht mit ihren Namensvettern in Deutschland verglichen werden, bieten sie doch hauptsächlich Vollzeitausbildungen an.

Die grundlegende finanzielle Verantwortung für die Ausbildung bis zum gymnasialen Niveau haben die Kommunen. Alle Kommunen bieten Grundschulunterricht in der eigenen Regie an. Wo sie keine eigenen gymnasialen Ausbildungen anbieten, kaufen sie sich in den Schulen der Nachbargemeinden ein (das gilt auch für Komvux). Auf gymnasialem Niveau gibt es auch Ausbildungen, die landesweit offen sind. Das heißt, die Heimatkommune muss - unabhängig vom Träger der Ausbildung - den Schulplatz für diese Ausbildung bezahlen. Hierbei handelt es sich vor allem um eher selten angebotene Richtungen. Der Großteil aller Schulen wird von Kommunen betrieben. Aber es gibt auch sehr viele privatrechtliche Schulen. Das können Elternvereinigungen auf dem Land sein, religiöse Gemeinschaften (vor allem freikirchliche und muslimische), aber auch Träger alternativer pädagogische Konzepte. Diese Träger werden schülerweise von den Kommunen finanziert. Die Volkshochschulen sind nie kommunal, sondern werden von Vereinen unterschiedlichster Couleur getragen.